Typ-2-Ladekabel erklärt: Mode 3 und die richtige Stromstärke
Das Typ-2-Ladekabel ist der europäische Standard für das Laden von E-Autos. Die sieberstöckige Buchse ermöglicht höhere Ladeleistungen als die älteren Standards und wird bei Wallboxen, öffentlichen Ladesäulen und vielen mobilen Ladegeräten verwendet. Dieser Ratgeber erklärt die Hintergründe.
Was ist Typ 2 und woher kommt der Standard?
Typ 2 ist der vom Hersteller Mennekes entwickelte Stecker, der seit etwa 2013 in Europa zum Standard für AC-Laden (Wechselstromladen) wurde. Die sieben Kontakte der Typ-2-Buchse ermöglichen mehr Datenübertragung als ältere Standards wie Typ 1 – diese ist wichtig für die Kommunikation zwischen Auto und Ladestation. Während Typ 1 vorwiegend in Japan und USA verwendet wird, dominiert Typ 2 in Europa, macht den Kontinent kompatibel und vereinfacht das länderübergreifende Reisen mit E-Autos.
Mode 3: Das Laden mit Kommunikation
Mode 3 ist die Lademethode, bei der das Auto und die Ladestation miteinander kommunizieren – typischerweise über die Kontakte des Typ-2-Steckers. Das Auto teilt der Station seine maximale Akku-Leistung mit, die Ladestation gibt die verfügbare Stromstärke an das Auto durch. Dies ermöglicht sicheres Laden auch an älteren Wallboxen oder mobilen Ladegeräten, weil beide Seiten sich ständig absprechen. Ohne diese Kommunikation (Modes 1 und 2) müsste das Auto blind laden – höheres Risiko. Mode 3 ist daher die sicherere Variante und der Standard bei modernen Wallboxen.
Stromstärke: 16 A, 32 A und was Sie brauchen
Die Stromstärke eines Typ-2-Ladekabels wird in Ampere (A) angegeben. Ein 16-A-Kabel liefert bei einphasigem Laden bis zu 3,68 kW, bei dreiphasigem bis 11 kW. Ein 32-A-Kabel kann einphasig bis 7,4 kW und dreiphasig bis 22 kW liefern. Die tatsächliche Leistung hängt davon ab, wie das Auto und die Wallbox verdrahtet sind und welche Stromstärke der Hausanschluss hergibt. Ein 32-A-Kabel ist zukunftssicherer, aber nicht nötig, wenn Ihre Wallbox nur 11 kW liefert – die Leistung wird dann vom schwächsten Glied begrenzt.
Länge: 5, 7 oder 10 Meter – welche passt?
Typ-2-Ladekabel sind in Längen von 5 bis 10 Metern erhältlich. Die 5-Meter-Variante ist leicht, günstig und für die meisten Stellplätze ausreichend. 7 Meter sind ein guter Kompromiss zwischen Flexibilität und Handling – Sie können damit auch von der Straße aus eine Ladesäule erreichen. 10-Meter-Kabel sind schwer (etwa 7 kg), aber nötig, wenn der Stellplatz weit weg von der Wallbox liegt. Bedenken Sie: Längere Kabel erzeugen mehr Wärmeverluste – die Ladeleistung sinkt leicht. Für normale Fälle reichen 5–7 Meter völlig.
Kabelqualität und Zertifizierung
Ein hochwertiges Typ-2-Ladekabel sollte die EU-Norm IEC 62196-2 erfüllen und eine Zertifizierung haben. Das erkennen Sie durch das CE-Siegel und oft durch Prüfzertifikate des Herstellers. Die Isolierung sollte robust und wetterfest sein – Kabel, die ständig in der Sonne oder bei Nässe liegen, müssen TÜV-geprüft und für Außenlagerung freigegeben sein. Hochwertige Hersteller wie Mennekes, Lapp oder Lemo bieten Kabel mit 10-Jahres-Garantie. Billigkabel vom Discounter können Qualitätsmängel haben – sparen Sie nicht am falschen Ende.
Häufig gestellte Fragen
Können alte Typ-1-Kabel bei neuen E-Autos verwendet werden?
Was ist der Unterschied zwischen einem Wallbox-Kabel und einem tragbaren Typ-2-Kabel?
Kann ich ein Typ-2-Kabel in der Sonne liegen lassen?
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